Unternehmerschule Rhein-Lahn

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Aus der Praxis für die Praxis lernen - Unternehmenserfolg sichern

Start der Unternehmerschule 2017 - Bericht der Rhein-Lahn-Zeitung

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Humor würzt schwierigen Lernstoff

Wirtschaft Unternehmerschule Rhein-Lahn ist in Nastätten in die zweite Runde gestartet

Von unserer Mitarbeiterin Ulrike Bletzer

Nastätten. Die Grundlagen des Businessplans stehen in Modul 1 auf dem Stundenplan. Dazu, um nur zwei weitere Beispiele zu nennen, der Management-Regelkreis und das wichtige Thema Produktivität. Alles, was Unternehmer und solche, die es werden wollen, eben so brauchen. Später wird es dann unter anderem um so anspruchsvolle Dinge wie operative Wirtschaftsplanung, Balance Score Card oder Vertriebscontrolling gehen. Klingt alles ziemlich anstrengend und für Außenstehende, mit Verlaub, zunächst einmal ziemlich langweilig.

Doch wer mit dieser bescheidenen Erwartung die Unternehmerschule Rhein-Lahn besucht, merkt schnell: Hier geht es erstaunlich locker, entspannt und über weite Strecken sogar unterhaltsam zu. Was nicht ausschließlich, aber vor allem an Dieter Loboda, dem Leiter der 2016 gegründeten Unternehmerschule, liegt: Der 72-Jährige legt neben reichlich Fachwissen eine Extraportion Entertainerqualitäten an den Tag. „Humor ist bei der Wissensvermittlung extrem wichtig, umso mehr bei einem so schwierigen Stoff wie diesem“, betont er, der als Dekorateur, Zugführer bei der Bundeswehr und leitender Angestellter bei einem Versicherungskonzern arbeitete, bevor er eine psychologische Ausbildung absolviert und sich auf den Bereich Weiterbildung und Coaching spezialisiert hat.

Schwieriger Stoff? Noch geht es recht harmlos zu. Gerade sind die Teilnehmer im Nastättener Bürgerhaus in die diesjährige zweite Runde der Unternehmerschule eingestiegen, haben sich mit aus Pappe ausgeschnittenen Sektgläsern begrüßt und einander vorgestellt, sodass das erste Eis längst gebrochen ist. Ein wichtiges Ritual, wenn man weiß, dass hier Menschen aus sehr unterschiedlichen Unternehmensbranchen und mit teils abweichenden Erwartungen aufeinandertreffen, bis einschließlich März 2018 an insgesamt zehn Seminartagen miteinander büffeln, diskutieren und Ideen entwickeln werden.

Ihn interessiere vorrangig das Thema Zeitmanagement, sagt zum Beispiel Kai Müller, der in Kördorf ein Straßen- und Tiefbauunternehmen betreibt und es als großen Vorteil ansieht, dass man hier in einer kleinen Gruppe mit maximal zehn Teilnehmern lernt. Für Oliver Christ, Inhaber einer Firma für Veranstaltungskommunikation in Kaltenholzhausen, und seine Mitarbeiterin Carina Schmidl steht dagegen das Thema Personalführung und Personalmanagement im Vordergrund – ähnlich wie für Patricia Ponsens, leitende Angestellte eines in Miehlen ansässigen Unternehmens für Metallverarbeitung. „Wir haben uns von 4 auf 15 Mitarbeiter vergrößert“, berichtet sie. „Das bringt natürlich neue Herausforderungen im Umgang mit dem Personal mit sich.“

Derweil ist Dieter Loboda schon mittendrin in der Personalführung, geht kurz auf die unterschiedlichen Mitarbeitertypen vom Schüchternen bis zum Streitsüchtigen ein und stellt die Philosophie der Teamentwicklung vor. „In einem Team muss Platz für emotionale Intelligenz und zensurfreies Denken sein“, fordert er. Und: „Schauen Sie bei Konflikten im Team nicht weg. Das macht sie nur größer.“

Logisch, dass es heute, zum Einstieg, erst einmal um das Grundlegende, um eine Art Bestandsaufnahme und Selbstreflexion geht. Wie sie sich den idealen Unternehmer vorstellen, sollen die Teilnehmer verraten – und lassen prompt Schlüsselbegriffe wie Autorität, Belastbarkeit und hohe Flexibilität fallen. Die Fähigkeiten der Mitarbeiter im Sinn der Unternehmensziele positiv nutzen, zielführende Anweisungen geben und sowohl transparent als auch konsequent handeln, lauten einige der Qualitäten, die sie nennen, als sie gemeinsam den Begriff „Erfolgreiche Führung“ definieren sollen.

Natürlich hat auch Dieter Loboda dazu noch was auf Lager. „Ich muss offen für Feedback sein und irgendwie eine positive Ausstrahlung haben“, sagt er und schiebt auch gleich ein Beispiel hinterher: „Morgens nicht muffig durch die Firma laufen, sondern wenigstens kurz Augenkontakt mit den Mitarbeitern aufnehmen.“

Ob es um Gesprächstypen, Störfaktoren in Gruppen, das sogenannte Drama-Dreieck oder was auch immer geht – alles veranschaulicht Loboda mit zahllosen Powerpoint-Folien. Und garniert das Ganze obendrein mit seinen humorigen Kommentaren, die auch eher trockene Themen gleich viel weniger sperrig erscheinen lassen. Was zum Teil leicht kabaretthafte Züge annimmt: Im Handumdrehen ist der beim Thema Führungsstil gestartete Dozent – man weiß eigentlich gar nicht so recht, wie – beim Sinn oder Unsinn von Vorsorgeuntersuchungen gelandet, und selbst ein kleiner Abstecher in die musikalische Früherziehung der Peruaner ist drin.

Richtig spannend wird es auch, als ein Rollenspiel inklusive Videoanalyse ansteht. Der hypothetische, hier extrem vereinfacht dargestellte Fall: Ein Unternehmenschef führt ein Mitarbeitergespräch mit einem Abteilungsleiter, dem er eine Weiterbildung nahelegen, eventuell sogar kündigen will. Eine einzige, dafür aber präzise formulierte Frage statt drei hintereinander stellen und geschlossene Fragen, auf die das Gegenüber nur mit „Ja“ oder „Nein“ zu antworten braucht, möglichst vermeiden, lauten zwei von Lobodas Tipps.

Kein Wunder, dass die Feedback-Runde bei so viel Input auf der einen und Kurzweil auf der anderen Seite durchweg schmeichelhaft ausfällt. Man habe viel gelernt, aber auch viel Spaß gehabt, so die einhellige Meinung. Was den Dozenten natürlich freut: „Schreiben Sie das auf!“, ruft er mit Schalk im Nacken in Richtung Journalistin.

Auch einzelne Seminartage buchbar

Ins Leben gerufen hat die Unternehmerschulen der Bonner Unternehmensberater Peter Müller mit seinem Netzwerk Integrative Wirtschaftsförderung. Seit 2016 gibt es die Unternehmerschule Rhein-Lahn, deren Teilnehmer sich in diesem Jahr im Nastättener Bürgerhaus, einmal auch bei der Metav Schweighausen GmbH in Miehlen, treffen. Dabei sind auch einzelne Schulungstage buchbar. Hier die weiteren Samstagstermine und Themen im Überblick: 24. Juni: Personalführung, 19. August: Management, 2. September: Finanzwesen, 14. Oktober: Kennzahlen, 11. November: Finanzplanung, 2. Dezember: Markt, 13. Januar: Vermarktung, 17. Februar: Management, 10. März: Medien.

Info: Dieter Loboda, Telefon 02621/621 86, E-Mail info@learnline-loboda.de. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.netzwerk-niw.de. ubl

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Quelle: Rhein-Lahn-Zeitung (West) Bad Ems vom Montag, 8. Mai 2017, Seite 12

Neues Angebot für Unternehmer/innen des Rhein-Lahn-Kreises

Das Institut für Integrative Wirtschaftsförderung e.V. mit Sitz in Bonn möchte 2017 die im vergangenen Jahr im Rhein-Lahn-Kreis veranstaltete Seminarreihe „Unternehmerschule Rhein-Lahn“ fortsetzen.Die "Unternehmerschule" vermittelt praxisorientiertes Wissen aus Bereichen wie Unternehmenssteuerung, Personalauswahl, Personalführung, Finanzen, Verhandlung mit Banken, Wettbewerb, Marketing und Verkauf. Zielgruppe der modular aufgebauten Schulungsreihe sind Betriebe aus Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistung und Gastronomie, deren Inhaber, Geschäftsführer und Führungskräfte sich weiterbilden wollen. Für Lerngruppen von acht bis zehn Personen werden bis zu zehn Seminare in einem Zeitrahmen von zehn Monaten angeboten.

Bericht über die Infoveranstaltung 2017:

Unternehmern, Existenzgründern und Geschäftsführern das praktische Rüstzeug für die Unternehmensführung zu vermitteln und sie in ein praxisbezogenes, branchenübergreifendes Netzwerk einzubinden, das sind die zentralen Zielsetzungen der vom „Institut für Integrative Wirtschaftsförderung“ (NIW) getragenen Unternehmerschule Rhein-Lahn, die nach erfolgreicher Premiere 2016 im laufenden Jahr in eine „zweite Runde“ geht.

Bei einer Infoveranstaltung, zu der die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Rhein-Lahn ins Kreishaus in Bad Ems eingeladen hatte, konnte WFG-Vorsitzender Frank Puchtler zahlreiche interessierte Gäste aus der Wirtschaft begrüßen. NIW-Vorstand Peter Müller und Dieter Loboda, Leiter der Unternehmerschule Rhein-Lahn, erläuterten den modular aufgebauten Lehrplan. Im Zeitraum von zehn Monaten werden an zehn Samstagen, jeweils von 9 bis 16 Uhr, in Gruppen von acht bis zehn Personen die Themen Grundlagen, Personalführung, Management, Finanzwesen, Kennzahlen, Finanzplanung, Markt, Vermarktung, Management und Medien behandelt. Die Lerninhalte der kostenpflichtigen Seminarreihe sind im Gesamtpaket, aber auch modular und einzeln buchbar.

Dozenten sind praxiserfahrene Unternehmer und Berater aus der Region, die auch über die Schultage hinaus als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Es gehört zum Konzept der NIW-Unternehmerschule, dass neben der Vermittlung fundierter Kenntnisse durch die Dozenten die Teilnehmer auch voneinander lernen und sich im Unterricht Vortrag und Dialog abwechseln. So sind individuelle Aufgabenstellungen aus dem Tagesgeschäft der Teilnehmer ausdrücklich gewünscht.

Die Unternehmerschule Rhein-Lahn startet am 6. Mai. Schulungsort ist das Bürgerhaus in Nastätten. Ansprechpartner für Informationen und Anmeldungen ist Dieter Loboda, Tel. 02621 / 62186, E-Mail: info@learnline-loboda.de.